Der Garten
les deux conjoints chapelier

Kurz und schmerzlos haben wir uns am 8. Oktober 1999 entschlossen, einen Garten zu kaufen. Gleich in der Nähe und für die nächste Zeit?! Wir wollen nicht mehr durch ganz Rostock fahren und dabei schon für 15 km 45 Minuten im Stau verbringen, um auf unserer Ranch im “Grünen” zu sein. Hin - und zurück wieder dasselbe. Deshalb sitzen wir jetzt in einem neu gekauften Garten vor einem Gemäuer das uns knallhart mit diversen Besitzerepochen angrient.Biwak vor altem Gemäuer
Meine Frau sucht, doch nach was?
Nachdem wir alles gründlich beäugt haben, müssen wir feststellen: Die ganze Bebauung wird abgerissen. Da nützt es auch nichts sich in noch sauberen Glasscheiben zu erkennen. Selbst unser Dax kann nur unverständlich zuäugen. Und da ist wieder solch ein schnell ausgesprochener Satz: "Wir werden uns ein Blockhaus bauen." Was jetzt folgt, ist ein “furchtbarer” Vorgang - ein Abenteuer!
Zuerst werden 3 kranke Bäume gefällt und zersägt. Sie sind nicht gepflegt worden. Schade! Und wie viel Wildwuchs an Gesträuch und Pflanzen. Vom Unkraut soll gar nicht erst die Rede sein.
Ein Teich in einem 300 m² Garten von 3,5 m Durchmesser und 1,5 m Tiefe (welch ein Wahnsinn) wird zurück gebaut. Nachbarn wollen wissen, der Vorbesitzer hat hier Tauchübungen durchgeführt!? Nun ja, der Mensch und sein Hobby.
Sandy, heraus aus der Nische Die einzelnen “Bauwerke” -  als da sind: Das Gartenhaus aus großen Betonsteinen, wohl um die Wende errichtet, mit einem starken Betonfundament. Fast ein Bunker. Dazwischen die kleine, aus Holz und “Sauerkrautplatten” gebaute typische DDR-Laube. Dahinter ein Nebengelass aus Brettern und Spanplatten. Unterteilt in eine Nische mit Plumpsklo und einer zum Aufbewahren der üblichen Gartengeräte und Kleinmaterialien. Auch ein Hundezwinger, so richtig aus verzinktem Bauzaunmaterial und einer festen Mauer mit Betonplatte als Boden, fehlte nicht.
Der Verwunderung was alles in solch einen Kleingarten passt, war doch groß. Auch das, was Vorgänger so im Laufe der Jahre im Boden vergraben haben.
Wir haben  ALLES bis auf die Grundmauern abgerissen, die Fundamente ausgegraben und zerkleinert, entsorgt und sind viele Male zur Stadtentsorgung gefahren. Meine Güte waren das Mengen an Holz, Beton, Stein, Glas und Eisen.
Dass wir wohl 100 m² Boden 2-spatentief “umgepflügt” haben versteht sich von selbst.
Ach ja, da ist ja auch Sandy. Weil sie bei vielen unserer abenteuerlichen Unternehmungen dabei war, kann sie natürlich nicht fehlen. Schließlich hat sie als letztes "Hauskind" eine entsprechende Stimme gehabt. Auch bei der Aktion GARTEN 84 gibt's ein Ja von  Sandy.
Nach 7 Wochen sind wir dann soweit: Die neue Grundplatte für das zukünftige Blockhaus kann eingeschalt und gegossen werden. Es versteht sich von selbst, dass zuvor eine Genehmigung zur Errichtung dieses Hauses vom Kleingartenverband und dann auch vom Stadtamt vorliegen musste. Welch Narr würde sich ein Bauwerk ohne die wichtigen Genehmigungen und Stempel kaufen.
Aber erst der Markt der Blockhausvertreiber!
Blanker Wahnsinn, was da so angeboten wird. Und das Preisgefüge, es ist fast nicht zu durchschauen, wer was in welcher Qualität und zu welchen Bedingungen liefert. Doch als gestandener Einkäufer kann man sich austoben und auch richtig handeln.
Wir haben es sogar erreicht, auch noch einen Liefertermin zu bestimmen. 14. Dezember! Also nur noch eine Woche für die Grundplatte. Das Wetter ist mit uns. Und so kriegen wir auch das hin. In meinem Leben hatte ich nichts mit Beton zu tun.
Klaus-Peter, Helga, Sandy, Dax, Thilo und Ulrich
Wer aber schon als Laie eine Blockhausgrundfläche bei Sturm und Schneematsch abgezogen hat, weiß, wovon ich rede. Und wie früh es doch dunkel wird. Übrigens der Beton kam um 14:30, um 16:30 war es finster und wir total nass und unsere Sachen sahen aus, man oh man. Nur die Sicherheit, dass Beton auch fest wird wenn wir nicht mehr wollen, lässt meine Frau und mich “durchziehen”.
Müde schleichen an diesem Abend zwei Gestalten wankend nach Hause. Geschafft!
Am 14. Dezember kommt doch wirklich genau um 15:00 Uhr der LKW mit “unserem” Haus.
Und das sah dann so aus: 
...am Tag als das Haus ankam, wundersam...
BaufieberEs ist ja so grausam, da will man sich ein Häuschen bauen und dann diese Wirklichkeit. Es ist GELD geflossen. Richtiges GELD. Und nun muss dieses Material auch ein Gebilde werden. Eine Woche später ist es zusammengesteckt. Ohne Bauanleitung und Teilenummern. Man spart eben auch mit Kleinigkeiten. Meine Güte, war das ein Gemesse! Zum Schluss passte alles und ein Schloss in der Tür konnte abgeschlossen werden. Weihnachten stand vor der anderen Tür. Eine Woche Ruhe! Wird das gut sein. Auch Zeit zum Nachdenken und Vordenken.
Gleich nach den Feiertagen dann die grosse Ausrichterei. Haben Sie schon mal erlebt, wie ein Blockhaus sich verbiegen lässt? Mal klemmt das linke Fenster - ausrichten. Dann klemmt die Tür - ausrichten. Und so geht das weiter. Bis das Mittelmass gefunden ist. Nichts ist mit abhobeln oder gar wegsägen. Das Holz wächst nicht mehr nach. Vergessen wir auch nie die vielen Schaulustigen, trotz der kalten Wintertage waren es erstaunlich nicht wenig mit ihren guten und ironischen Kommentaren. Das spornt an!
Und dann die Fragen: Habt ihr überhaupt `ne Baugenehmigung? Wenn der Vorsitzende sieht ,dass ihr die Hecke gestutzt habt! Was wird das denn hier? und so weiter.das ist dax - immer mit dabei
Heute sind immer noch welche über geblieben - doch die freuen sich mit uns und über das schöne neue Kleinod. Einer fehlt, mein Nachbar, er kam oft und war sehr interessiert. Wir hatten uns schon auf das erste Schwätzchen in der Frühjahrssonne auf der Terrasse gefreut. Er kommt nicht mehr. Er ist leider gestorben. Wir vermissen ihn - schade. Auch unser Dax hat ihn immer mit freudigem Entgegenkommen und stolzem Schwanzwedeln begrüsst. Tja, so ist es eben. Er guckt jetzt sicher von oben zu und hat seine Freude - ich weiss es, wir wissen es.
Und damit es so bleibt, haben wir gestrichen. Eine komplette Grundierung und dann die Lasur. Bohle für Bohle. Brett für Brett. Meine Frau hat sich jetzt sogar zum “Maler” entpuppt.
Wie teuer Farben oder Anstrichstoffe sind, habe ich ja bei weitem nur erahnen können. Da sieht man gierig auf jeden “verlorenen” Farbtropfen und nicht ausgestrichenen Pinsel! Meine Sparsamkeit erleidet wahren Stress.
Was schreibe ich da, es ist ja noch lange nicht zu Ende.
Also befasse ich mich mit der Konstruktion von Dachrinnen und deren Montage. Die richtige und beste Lösung muss her. Dachfläche mal und durch und dann die Durchmesser. Was aber, wenn es tagelang regnet? Eine Dränage. Und dann die Geschichte mit dem Wasserverbrauch. Auch das noch. Wieder beginnen Suchaktionen nach grünen Tonnen, Abwassersammlern und deren Leitungen. Das wird zur Orgie in Baumärkten. Sicher kennen Häuslebauer diese Thematik, doch wer ausser ihnen kennt das. Es muss doch etwas geben, wo solche Dinge geschrieben stehen. Das ganze Ausmass solchen Bauens mit dem Suchen nach Lösungen.
Die E-Anlage ist auch solch eine Sache. Ratgeber gibt es ja im Kollegenkreis. Doch wer verlegt es “vorschriftsmässig”? Da müssen doch etliche Dinge bedacht und beachtet werden. Aber es gelang. Und was uns wichtig war, es wurde auch abgenommen. So richtig mit Zähler und Schaltkreisen und Sicherungsschaltern.

Die Kürze ist vorbei. Wir haben die neuen Bilder und werden die erste "Grillung" im kleinen Freundeskreis "offenbaren”